Folge 13: Generation Krieg: Wovon träumen junge Ukrainer:innen?

Shownotes

GEN EAST goes TINCON Diese Folge haben wir am 18.5.26 live auf der Tincon, der Konferenz für digitale Jugendkultur, in Berlin aufgenommen.

Luftalarm, Sperrstunde, Flucht: Eine Generation junger Ukrainer:innen wächst mitten im Krieg auf. Oder gerade wegen des Krieges weit weg von zu Hause. Wie verändert das den Alltag? Was gibt den Menschen Hoffnung? Und wie blicken sie in ihre Zukunft?

Über all das haben wir in Folge 13 mit jungen Menschen in und aus der Ukraine gesprochen. Einige von ihnen kennt ihr schon: die Drohnenpilotin Kafa (Folge 1) und Nastja, die eine Fernbeziehung zu ihrem Mann Georgij an die Front führt (Folge 10). Ihr lernt aber auch neue Stimmen kennen: Den kriegsversehrten Veteran Volodja aus Lwiw, sowie Mischa und Vlada, zwei Ukrainer:innen in Berlin.

Wenn euch diese Folge gefallen hat, folgt "Gen East" gern auf Apple Podcasts und Spotify und lasst 5 Sterne und einen Kommentar da!

Empfehlungen aus der Folge: Arte Tracks East Instagram-Account von Vassili Golod (ARD-Studioleiter Kyjiw) Folge 10 von "Gen East" Vitsche – Aktivist:innen, die die Ukraine stärken

Hier findet ihr uns auf Instagram: @anastasiatrenkler @maria_kotsev

Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen zu unserer Live-Podcastbefolge von Gen East.

00:00:04: Als ich achsenjahr alt geworden bin, konnte ich plötzlich nicht mehr in die Ukraine fahren oder konnte ich rein aber nicht

00:00:09: raus.

00:00:09: Wir Journalisten haben uns schon sehr dran

00:00:11: gewöhnt, ständig schlimme

00:00:12: Nachrichten aus der Ukraine zu berichten.

00:00:38: Hallo und... Herzlich willkommen.

00:00:40: Wir freuen uns richtig, dass ihr alle heute da seid zu unserer Live-Podcastfolge von Jen East.

00:00:46: Ich bin Maria

00:00:47: und ich bin Anastasia Und wir freuen uns mega das wir heute diese Folge hier aufnehmen können

00:00:52: und

00:00:52: über die Ukraine sprechen können Einfach an über junge Perspektiven, junge Stimmen aus der Ukraine.

00:00:58: Aber bevor wir da eintauchen

00:01:00: wollen wir ein

00:01:01: bisschen mit euch interagieren euch so ein bisschen kennenlernen.

00:01:04: Die erste Frage wäre Kennt denn jemand von euch Menschen aus der Ukraine?

00:01:08: Also das kann entweder Familie sein oder Freunde, Klassenkameradinnen Leute denen ihr auf Social Media folgt.

00:01:15: Hibt einmal gerne die Hand wenn ihr jemanden kennt.

00:01:18: Ja das sind doch einige.

00:01:20: Dann gleich

00:01:21: eine zweite Frage angeschlossen

00:01:23: Wer von

00:01:24: euch informiert sich dann so regelmäßig zu den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine?

00:01:27: also sagen wir mal regelmäßig zwei drei Mal die Woche dass er wirklich so News

00:01:31: verfolgt.

00:01:33: Okay fünf sechs leute Auch schon echt viel.

00:01:38: News aus der Ukraine gibt es ja wirklich jeden Tag, wir arbeiten auch damit und da geht's ja auch viel so um den Frontverlauf, um Todeszahlen, um häufig sehr abstrakte Dinge.

00:01:50: Manchmal kommt dabei zu kurz wie es den Menschen wirklich geht.

00:01:54: damit

00:01:55: Ja deswegen teilen wir heute Einblicke

00:01:56: von Personen

00:01:58: aus der Ukraine und in der Ukraine.

00:02:00: Mittlerweile ein

00:02:02: Veteran,

00:02:02: eine Drohnenpilote,

00:02:03: zwei

00:02:04: junge Ukrainerinnen hier im Berlin und eine

00:02:07: Zivilistin.".

00:02:08: Ja wir wissen das Krieg ein schwieriges Thema sein kann.

00:02:13: deswegen

00:02:14: es wird keine expliziten

00:02:15: Gewaltdarstellungen oder sowas geben keine Sorge.

00:02:18: aber

00:02:19: wir sprechen natürlich

00:02:19: schon auch über die Angst einzelner Leute vor russischen Angriffen der verwundet wurde in seinem Fronteinsatz, deswegen falls euch das mal zwischendurch ein bisschen zu viel werden sollte oder so dann gar kein Stress.

00:02:34: Dann geht kurz raus und kommt wieder wenn immer es sich gut anfühlt für euch.

00:02:39: Genau!

00:02:39: Dann würde ich sagen starten wir in Folge XIII von Jen East.

00:02:45: Seit mehr als vier Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen russische Angriffe.

00:02:50: Und trotzdem,

00:02:50: dass die USA

00:02:51: mit beiden Kriegsparteien also mit Russland und der Ukraine in Gesprächen sind ist ein Frieden nach wie vor nicht in Sicht.

00:02:58: Also Russland behauptet zwar immer das es irgendwie bereit sei für einen Frieden aber diese Worte und die Taten, die wir sehen, die unterscheiden sich schon sehr entsprechend eine sehr unterschiedliche Sprache.

00:03:09: Ich weiß nicht ob ihr's mitbekommen habt, aber vergangenen Donnerstag erst gab es einen ziemlich heftigen Angriff auf die Hauptstadt Krieg.

00:03:16: Da sind vierundzwanzig Menschen ums Leben gekommen, sind getötet worden.

00:03:20: drei davon waren auch Kinder und insgesamt wurden achtundvierzig Leute verletzt.

00:03:24: es sind schon große Zahlen.

00:03:26: Auch wegen solcher Angriffe sind in den vergangenen vier Jahren sehr viele Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen allein hier nach Deutschland fast

00:03:34: eine Million.

00:03:36: Einen Menschen von diesen einen Millionen wollen wir euch jetzt gern vorstellen, der heißt Misha.

00:03:42: Misha ist es im Jahr zwanzig nach Deutschland geflüchtet und lebt seitdem in Berlin studiert hier.

00:03:48: Ist aber natürlich der Ukraine immer noch sehr stark verbunden.

00:03:51: das ist seine Heimat.

00:03:52: er konnte aber lange gar nicht in seiner Heimat reisen.

00:03:56: Aber das erzählte euch jetzt am besten selbst.

00:04:00: Hi Anade,

00:04:01: ich bin Michael oder Misha.

00:04:03: Ich bin einundzwanzig Jahre alt.

00:04:04: hier in Berlin studiere ich Geschichte und Politikwissenschaft arbeite nebenbei an meiner Uni als SHK und engagiere mich politisch.

00:04:14: In Deutschland lebe ich seit vier Jahren also erst mal zwei Wochen Bremen.

00:04:17: dann sind wir in Berlin gezogen.

00:04:19: eigentlich besteht die Mehrheit meiner Bubble also meines Freundeskreises aus Menschen außer Ukraine Und der Krieg bleibt großes Thema bei uns in unseren Gesprächen, weil wir alle sowieso davon getroffen sind und vielleicht ist das auch der Grund warum ich es immer noch ein bisschen schwer finde.

00:04:38: mit Menschen die hier auf dem Auge wachsen sind eine gemeinsame Sprache zu finden.

00:04:44: Meine Familie lebt teilweise in Berlin also meine Mama und Schwester und Vater und Oma, die sind in Kiel geblieben.

00:04:51: mit denen spreche ich regelmäßig also zwei vier mal pro Woche mit den Freunden, die ich schon vorher kannte.

00:04:57: Aus der Schulzeit ist es ein bisschen schwieriger, aber natürlich ändern sich die menschliche Verhältnisse auch ohne Krieg.

00:05:04: Aber ja seitdem habe ich vielleicht drei oder vier Leute mit denen in Kontakt bleiben.

00:05:08: Mit den Reisen war das ein bisschen schwierig, weil als ich achtzehn Jahre alt geworden bin konnte ich plötzlich nicht mehr Indokrene fahren oder konnte ich rein, aber nicht raus!

00:05:17: Weil es einen Ausreiseverbot für Männer- oder Ehemalperpersonen zwischen achtzehnt und sechzig.

00:05:24: aber das wurde Ende letztes Jahr geändert und jetzt man darf bis einschließlich zu zweitundzwanzig raus aus dem Land.

00:05:32: Und ich bin hingefahren und dann, das war Oktober zwanzünfundzwundzig und März dieses Jahr bin ich auch in die Ukraine gefahren.

00:05:43: Und das waren interessante Erlebnisse.

00:05:45: Ich könnte nicht gleich deutlich sagen ob ich mich dort schon Zuhause oder schon zu Besuch gefühlt habe Aber es gab manche Sachen also aus dem Alltag, wie zum Beispiel wenn man automatisch weiß wo der nächste Einkaufsladen ist oder wo die Haltestelle sich befindet.

00:06:03: Und das kann man und weiß man quasi aus dem muscle memory also ob man nicht sogar die vier jahren irgendwo anders gelebt hat.

00:06:11: Und dass man ein bisschen beeindruckt.

00:06:13: Für mich war das ein positives Erlebnis vor allem glaube ich weil ich mich immer noch mit diesem Land assistiere etwas auch in der Zukunft machen und schaffen wollte.

00:06:24: Und ja, aber sonst

00:06:26: ist auch

00:06:26: eine Reise in Ukraine ein großes Risiko, ob man unter Angriffe gerät oder nach einer unerwarteten Regelungsänderung plötzlich nicht mehr raus darf – wenn man dieses Risiko nicht begehen will dann kann man das auch wohl verstehen!

00:06:46: Ausreiseverbot, von dem Misha da spricht.

00:06:49: Das hat mit dem Kriegsrecht in der Ukraine zu tun.

00:06:52: also das wurde eben im Jahr-Zwei-Zwanzig eingeführt und das sah bis vergangenen August so aus dass eben Männer oder männlich gelesene Personen zwischen achtzehn und sechzig Jahren das Land nicht verlassen durften.

00:07:06: Das sollte eben sicherstellen, dass man sich dem Kriegsdienst nicht entziehen kann.

00:07:11: Da muss man jetzt aber dazusagen.

00:07:13: mobilisiert werden kann man erst ab fünfundzwanzig Jahren.

00:07:15: also dann ist man sozusagen im wehrfähigen Alltag kann eingezogen werden und das aber trotzdem Leute zwischen oder Männer zwischen acht zehn und fünfund zwanzig nicht ausreisen durften?

00:07:25: Das lag eben daran, genug Soldaten nachkommen können und ja nicht alle schon so jung ausreisen.

00:07:34: Dass dann vergangenes Jahr auch Männer bis zweiundzwanzig dann doch ausreißen dürfen, das hat recht viele Menschen in der Ukraine überrascht.

00:07:41: also was man dazu sagen muss.

00:07:43: des Thema Mobilisierung In den Krieg ziehen ist in der Ukraine ein sehr kontrovers diskutiertes Thema, also es gibt auch viele Menschen die nicht eingezogen werden wollen.

00:07:52: Nicht Teil der Armee werden wollen.

00:07:53: zum Teil gibt's Erzählungen von Personen die nicht das Haus verlassen möchten und es sind auch sehr viel minderjährige Kinder- und Jugendliche, männliche Kinder und Jugendlichen in den vergangenen vier Jahren haben das Land verlassen eben auch um nicht in den Kriegs zu gehen

00:08:08: Also quasi unter achtzehn als es noch legal war, dass man dann jetzt doch noch bis man zwanzig Jahre alt ist raus darf.

00:08:17: Das soll dem entgegenwirken was vielleicht erstmal so ein bisschen kontraintuitiv wirkt.

00:08:22: aber die Überlegung dahinter ist das die Jungs ihren Schulabschluss machen und vielleicht auch sogar den Uni Abschluss hinterher und die Hoffnung ist Sie das an das Land bindet, dass sie auch ihre Zukunft in der Ukraine sehen und nicht eben schon so früh ausreisen.

00:08:41: Weil man verliert damit oder die Ukraine verliert dann nicht nur potenzielle Soldaten sondern auch Arbeitskräfte und junge Leute, die irgendwie was im Land bewegen wollen vielleicht.

00:08:51: Es sind so langfristige Folgen, die man vielleicht nicht sofort auf dem Schirm hat wie sich das Land auch durch den Krieg verändert.

00:08:57: also... Damit hängt ja auch damit zusammen, Kinder und Jugendlichen sind denjenigen die die Zukunft dieses Landes gestalten werden.

00:09:03: Und diese Perspektiven so kontrovers wie sie sein wollen also beide Meinungen von Menschen die sich freiwillig melden aber auch diejenigen die sagen ich möchte nicht kämpfen sind auch für uns hier in Deutschland wichtig zu sehen und zu verstehen wird.

00:09:15: das ja zeigt wie Krieg eine Gesellschaft

00:09:19: verändert.

00:09:20: Und diese ukrainischen Perspektiven, so unterschiedlich sie auch sind.

00:09:24: Das die hier gehören

00:09:25: dafür setzt sich unsere nächste Interview-Gästin ein.

00:09:30: Sie heißt Vlada und ist bei Vice.

00:09:32: Das ist eine Nichtregierungsorganisation in Berlin.

00:09:36: Wir hören jetzt mal rein was Vlader uns zu sagen

00:09:38: hat.

00:09:39: Hallo ich bin Vladan, ich bin zwanzig Jahre alt.

00:09:43: Ich komme aus der Ukraine aus dem Stadt Kharkiv Und bin schon eine Weile in Deutschland, seit neun Jahren lebe ich in Berlin.

00:09:54: Ich bin

00:09:54: Studentin an der Freie Universität.

00:09:56: Ich studiere Publicistik und Sozial- und Kulturantropologie.

00:09:59: In meinem Alltag spreche ich sehr viel von dem Krieg, das meiner Alltag sehr viel beeinflusst.

00:10:07: Meine Familie ist immer noch in der Ukraine im Kiew.

00:10:11: Jetzt

00:10:12: während des Krieges

00:10:13: in Kiew ...

00:10:15: Ich fahre eigentlich nach Ukraine jeder drei Monate, um meine Mutter zu sehen und meine

00:10:20: Danten zu

00:10:21: sehen.

00:10:22: Meine Opa,

00:10:22: meine Oma... Und jetzt gerade vor ein paar Tagen wurde Kiew sehr stark angegriffen.

00:10:30: Das war erschreckend am Morgen oder morgens Nachrichten zu gucken

00:10:35: und deine

00:10:37: Mutter zu schreiben und fragen ob sie ob sie gut geschlafen hatte.

00:10:43: Und du hast diesen Gefühl, weil während du auf diesen Antwort

00:10:48: wartest

00:10:49: ... Du hast so viele verschiedene Gedanken,

00:10:52: weil Menschen

00:10:54: wurden getötet und heute hatte ich Glück.

00:11:00: Das war nicht meine Familie aber das waren Familien von anderen Ukraineren.

00:11:04: Das waren Kinder, das waren Väter, Mutter, Frauen, Männer.

00:11:10: Ich glaube, das ist wie für uns als Ukraine den

00:11:15: Alltag

00:11:16: aussieht.

00:11:18: Krieg

00:11:18: beeinflusst uns

00:11:20: auch hier während wir in Deutschland weiter leben und weiter studieren arbeiten weil unsere Umgebung unserer

00:11:28: Verwandte

00:11:29: unsere Familien

00:11:30: bleiben immer noch da.

00:11:33: Vlada spricht hier von den Angriffen, die du Maria vorhin angesprochen hast.

00:11:36: Also vergangenen Donnerstag und ich finde das sie uns diese Nachricht zugeschickt hat.

00:11:40: wir Journalisten haben uns schon sehr dran gewöhnt ständig schlimme Nachrichten aus der Ukraine zu lesen auch teils selbst zu schreiben und zu berichten und ich find hier kommt es aber nochmal anders an.

00:11:51: also jedes mal wenn unsere Person die selbst auf eine Art betroffen ist, also sei es jetzt Angst um ihre Liebsten oder Menschen, wo tatsächlich Familienangehörige zu Schaden gekommen sind.

00:12:00: Davon berichten kommt das noch mal viel direkter an.

00:12:03: Dass selbst eine Person, die hier in Berlin lebt und eigentlich in Sicherheit ist so sehr von diesen schrecklichen Angriffen betroffen

00:12:09: is'.

00:12:10: Ja total!

00:12:11: Mir ist die Nachricht auch irgendwie sehr nahe gegangen obwohl es mir auch sehr ähnlich geht wie dir was eigentlich dieses Gewöhnungslevel normalerweise angeht.

00:12:19: Ja, so das Perfide an den russischen Angriffen ist ja nicht nur dass zivile Häuser getroffen werden, Menschen getötet werden sondern Russland attackiert auch ganz oft die kritische Infrastruktur.

00:12:30: Das heißt dann fallen nach diesen Angriffens zum Beispiel die Heizung der Strom oder das Wasser aus.

00:12:37: Das heisst gerade im Winter als Person.

00:12:39: Man hat ständig Angst vor diesen

00:12:41: Angriffen,

00:12:41: gerade in so heftigen Nächten wo Russland mit vielen Drohnen und vielen Raketen angreift Und dann steht man am nächsten Tag auf und kann halt nicht mehr eine warme Dusche nehmen Sondern muss den ganzen Tag frieren und das zermürbt die Menschen natürlich

00:12:52: auf Dauer.

00:12:53: Das ist richtig ätzend!

00:12:54: Das weiß ich auch ein bisschen aus eigener Erfahrung weil es sich im vergangenen Herbst in Grief war Da musste ich auch so ein paar dieser schweren Angriffe mütter leben.

00:13:02: da gab's immer am nächsten tag denn auch kein fließend Wasser oder nur kaltes Wasser.

00:13:08: Ja und generell ist dann die Stimmung auch so eine ganz, ganz eigenartige an dem Tag danach.

00:13:13: Weil irgendwie augenscheinlich auf den ersten Blick läuft alles ganz normal.

00:13:17: weiter also so die Cafés haben offen, die Leute fahren morgens zur Arbeit aber wenn man so den Menschen irgendwie ein bisschen genau ins Gesicht blickt dann sieht man da halt so eine krasse Erschöpfung irgendwie.

00:13:29: Davon berichtet auch Nastya, dass die dritte Person, die wir euch gerne vorstellen würden, die lebt in der Nähe von Kyiv und sagt einerseits geht ihr Leben so weiter.

00:13:37: Sie geht ihren Hobbys nach,

00:13:38: ihrem Job...

00:13:39: Und gleichzeitig muss sie zu jeder Tages- und Uhrzeit bereit und gewappnet sein für das was kommen kann.

00:13:45: Hier ist Nastya.

00:13:47: Hallo zusammen Ich heiße Nastya ich bin dreißig Jahre alt und lebe gerade im Bulli Spiel.

00:13:53: Ich gehe gern spazieren, lese gerne und tanze gerne und geh zum Stretching.

00:13:59: Diese Kurse sind meistens am Morgen und manchmal ist es ganz schön hart,

00:14:04: nach den großen Luftangriffen

00:14:06: sich dazu aufzuraffen.

00:14:10: Aber das ist schon ein Teil meines Lebens dieses Planen, dass ein Luftalarm kommen könnte wie ich dann von einem Flussufer in den Griff zum anderen komme.

00:14:23: Ich habe mittlerweile einen schwarzen Gurt im Notfallmanagement.

00:14:30: Genau, das

00:14:30: ist halt auch so Teil dieser Terror-Taktik von Russland dass man halt nie weiß wann ein Angriff kommen könnte und da theoretisch immer darauf gewappnet sein muss.

00:14:40: aber auf der anderen Seite haben viele Ukrainerinnen auch irgendwann gesagt

00:14:44: wir

00:14:44: wollen unser Leben nicht mehr danach ausrichten.

00:14:46: Viele ignorieren den Luftalarm mittlerweile.

00:14:49: Ja, ich höre oft so Sätze wie ...

00:14:51: Nee!

00:14:51: Mein Kaffee lass' ich mir jetzt nicht von Russland vermiesen.

00:14:54: Dann heulen zwar gerade diese Reden irgendwie im Hintergrund aber die Leute bleiben dann halt sitzen und trinken weiter ihren Kaffees in ihrer Küche oder so.

00:15:01: Oder ein anderes Beispiel was ihr auch vielleicht kennt von Videos auf TikTok und Instagram.

00:15:06: Was grade im Frühjahr auch hier in Deutschland viel zu sehen waren, waren so Videos von Raves Also Menschen, die unter freiem Himmel tanzen Und die wurden auch in den Kommentaren kontrovers diskutiert auf eine

00:15:16: Art.

00:15:17: Genau, da hieß es dann irgendwie ja wie könnt ihr nur oder das passt gar nicht zusammen?

00:15:21: Wir dachten ne es ist Kriegsleit Leute sterben alles ist ganz schlimm.

00:15:25: und auf der anderen Seite ist also dieser Hedonismus von so einem Technorave.

00:15:31: Ja vielleicht ist das augenscheinlich eher auf den ersten Blick so aber eigentlich schließt sich das nicht aus.

00:15:36: im Gegenteil Es ist irgendwie klar dass das Leben weiter laufen muss.

00:15:40: die Leute vielleicht auch sowas wie Partys, sowas was es halt früher auch schon gab.

00:15:44: Was früher Teil ihres Lebens war nutzen um mal abzuschalten und halt mal vielleicht ein paar Stunden nicht an das ganze Leid zu denken.

00:15:51: also so als Coping-Mechanismus

00:15:53: ist da auch ganz guter zu passen.

00:15:54: der Krieg ist omnipräsent.

00:15:56: Das merkt

00:15:56: man dann auch eben

00:15:58: wie sich das in den Alltag einschlägt wenn wir jetzt beim Beispiel Parties bleiben an den Clubs Also einen Kürbchen.

00:16:03: genauso wie in vielen anderen Städten gibt's Sperrstunde

00:16:06: d.h.,

00:16:06: die Clubs schließen dagegen gegen Zwanzig Dreißig.

00:16:08: wo man in Berlin gerade erstmal

00:16:10: vorglühen

00:16:10: beginnen würde, müssen da die Menschen wegen der Sperrstunde schon

00:16:13: nach Hause.

00:16:14: Ja genau!

00:16:15: Es sind halt so diese ganz normalen irgendwie scheinbar vielleicht sogar banalen Situationen wo man dann genau merkt wie sich der Krieg so einschleicht und wie sich das Leben doch irgendwie grundlegend verändert hat.

00:16:28: Bei Nastia, die ihr gerade gehört habt ist dieser Moment des Frühstückmorgens weil ihr Mann hat es die Jahre vor dem Krieg immer zubereitet und der ist aber in der ukrainischen Armee als Soldat jetzt seit mittlerweile über vierenhalb Jahren.

00:16:45: Und genau, also die beiden führen so eine Art Fernbeziehung quasi zwischen Front- und Hinterland und wie das ist erzählt sie auch jetzt einmal.

00:16:54: Eine Fernbeziehung in Kriegszeit

00:16:56: zu führen ist

00:16:56: schwer

00:16:59: vor allem

00:16:59: wenn man manchmal nur ein paar Minuten am Tag Zeit hat um miteinander zu kommunizieren.

00:17:04: Also habe ich beschlossen seine persönliche Bloggerin zu bergen.

00:17:07: Ich schicke ihm Videos, damit er sieht dass ich ihn liebe.

00:17:13: Dass ich auf ihn warte.

00:17:16: Mittlerweile sind diese Videos zu unserer Tradition geworden.

00:17:19: Ich schikke ihm Video-Halls, zeige ihm was ich gekocht

00:17:23: habe

00:17:23: und was unsere Katzen und ich so machen.

00:17:27: Nasser hat für sich einen Weg gefunden diese Fernbeziehung zu gestalten.

00:17:30: also sie jetzt ja gerade erzählt.

00:17:31: Sie macht dann so Videos aus ihrem Alltag um ihr Mann das Gefühl zu geben mitgestalten kann und mitbekommt, was in ihrem Leben so abgeht.

00:17:41: Ich habe Nastya zweimal getroffen in der Ukraine.

00:17:44: Davon hat sie mir bei unseren Interviews erzählt.

00:17:47: Und falls euch ihre Geschichte interessiert, falls euch Nastya mehr interessiert wäre, haben ihr auch eine ganze Podcast-Folge gewidmet.

00:17:52: Das ist Folge zehn von Jen East.

00:17:54: Falls ihr da mal reinhören wollt, dann würden wir uns

00:17:56: freuen!

00:17:57: Nasser lebt

00:17:57: im

00:17:58: ukrainisch kontrollierten Teil der Ukraine, aber es gibt noch ein Gebiet.

00:18:01: das ist russisch kontrolliert was Russland im

00:18:04: Krieg

00:18:04: besetzt hat.

00:18:05: Es sind etwa zwanzig Prozent des ukrainischen Territoriums.

00:18:09: Das ist so eine Fläche die größer als Bayern und Baden-Württemberg

00:18:12: zusammen.

00:18:13: Genau also ein Großteil von dieser Fläche, die jetzt besetzt ist, hat Russland schon zwei tausend vierzehn unter seine Kontrolle gebracht weil der Krieg der fing schon zu tausenden vierzehnt an dürfen wir nicht vergessen.

00:18:33: Und unsere nächste Gesprächspartnerin Kafa, die hat diese Annexion live miterlebt.

00:18:38: Sie kommt nämlich von der Krimm

00:18:40: Und

00:18:41: ich bin schon seit

00:18:42: ich noch

00:18:44: neun Jahre alt war.

00:18:47: Ich habe in dem Jahr im Jahr, wenn es meine Zeit war und ich

00:18:53: hatte

00:18:54: die Wahl, dass nachdem

00:18:59: ich

00:19:02: das nie gegessen hätte.

00:19:07: Im Endeffekt bin ich Ukrainian und ich war geboren in Crimea.

00:19:13: In den Jahren hierher war ich als Teenager der Horrors des Russian-Occupationen.

00:19:21: und

00:19:23: später

00:19:23: hatte ich zu fliehen.

00:19:24: Ich war von Hause seit vielen Jahren weg, als die

00:19:29: Vollstuhl-Invasion

00:19:31: begann.

00:19:32: Ich dachte nicht zweimal, und ich habe mich dazu betreffend, was für mich das ist, dass russia nochmals versucht, mich auszutreten.

00:19:44: Und dann habe ich entschieden, es

00:19:50: zu kämpfen.

00:19:51: Was

00:19:51: ich heute mache, ist es wichtig für mich, nach

00:19:56: Hause zurückzukommen.

00:19:57: Kavar und ich haben uns vor zwei Jahren kennengelernt über eine gemeinsame Bekannte, wir sind über Signal in Kontakt relativ regelmäßig im Austausch.

00:20:08: Und sie erzählt mir immer wieder wie es ihr so geht, wie die Situation an der Front ist und auch ganz interessant als queere und weiblich gelesene Personen in der ukrainischen Armee zu sein.

00:20:18: Kafa hat die Pronomen Chi und

00:20:20: Day.

00:20:21: Vielleicht magst du ein bisschen erzählen, was sie da so konkret erzählt wie es ihr damit

00:20:25: geht?

00:20:26: Ja also sie meinte gerade am Anfang hatte sich schon mit Vorurteilen auch grade von so älteren Kommandeuren, ältering Männern zu kämpfen, die dann so gesagt haben Krieg ist keine Frauensache aber... Also insgesamt war das eben gerade so am Anfang was relativ Neues als queere Personen der ukrainischen Armee zu sein oder zumindest haben die älteren Soldaten das so wahrgenommen.

00:20:49: Kafa hat aber auch erzählt, dass wenn man einmal bewiesen hat quasi, dass man Leistung bringen kann und dass man irgendwie so Teil des Teams ist, dass dann schon akzeptiert wird.

00:20:59: Ja Kafa dient ja seit drei Jahren in der Armee.

00:21:02: Das Video hier hat sie aufgenommen nach einem ziemlich krassen

00:21:05: Tag

00:21:06: an der Front.

00:21:07: Und sie nimmt sich trotzdem immer wieder Zeit, um uns so zu erzählen wie die aktuelle Lage ist was ja an der front erlebt und auch über ihre Motivationen zu sprechen.

00:21:15: Sie hat sogar gesagt worum es ihr geht ist dass Russland nicht noch mehr ukrainisches territorium unter seine Kontrolle bringt.

00:21:22: Ja, wenn wir über Territorium sprechen dann nicht nur so über Landmassen sondern das sind Städte, Orte, Dörfer wo Menschen leben die auch echt unter schlimmen Bedingungen leben unter russischer Besatzung also Leute die fliehen konnten.

00:21:37: Die berichten oft von Folterkelleren wo wirklich schlimmste Dinge passieren und

00:21:43: auch über Indoktrinierung.

00:21:45: Die Menschen werden gezwungen, die russische Propaganda anzunehmen.

00:21:49: Gerade auch an den Schulen.

00:21:50: Also zum Beispiel wird dann nicht mehr in ukrainisch unterrichtet sondern in russisch.

00:21:54: Es gibt dann auch Berichte von Menschen, die erzählt haben da seien russischen Soldaten an die Schulen gekommen und hätten

00:22:00: angefangen den

00:22:01: Krieg zu verheerlich auf Territorium Ukraine vor Ukrainerinnern.

00:22:06: Ja das ist krass So.

00:22:07: dieser Teil ist sozusagen nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.

00:22:10: Der Rest schon, dass der auch souverän und eigenständig bleibt.

00:22:15: dafür kämpfen so Leute wie Kafa Und es gibt ja eine Millionen Menschen schätzungsweise die in der ukrainischen Armee sind.

00:22:24: man muss natürlich dazu sagen das sind Schätzungen und zur Wahrheit gehört auch Dass

00:22:28: viele verwundet

00:22:29: sind vermisst werden wo man nicht weiß wo die sind dass auch viele gestorben sind.

00:22:35: gefallen sind Diese Gruppe der vermissten, verletzten und getöteten.

00:22:40: Die beläuft

00:22:40: sich ungefähr auf

00:22:41: fünfhundert bis sechshunderttausend Leuten auch Schätzungen zufolge.

00:22:45: In der Ukraine ist es inzwischen so Teil dieser neuen Normalität dass man auch viele Menschen sieht die verwundet sind also denen dann auch teils Beine fehlen die auf krücken laufenden Rollstühlen.

00:22:55: Genau und einer von ihnen ist Volodia.

00:22:57: ihr habt ihn schon kurz über den Screen Blitzen sehen.

00:23:00: er ist Kriegsveteran Er hat beide Beine im Krieg verloren.

00:23:05: Ihr habt euch in Lviv

00:23:06: kennengelernt?

00:23:07: Genau, im Westen der Ukraine.

00:23:08: Da war ich erst vor ein paar Wochen und da hat er mir seine Geschichte erzählt.

00:23:11: Ich habe ihn für meine Masterarbeit interviewt Und da haben wir uns in einem Café verabredet In Lviv... ...und dann bin ich dahin.

00:23:18: und das erste was mir aufgefallen ist es halt dass dieses Café so null barrierefrei war also etwas worauf ich wahrscheinlich sonst nicht geachtet hätte.

00:23:25: aber man musste halt um in dieses Cafés zu kommen mehrere Stufen gehen Dann einmal zum Tresen um den Kaffee zu bestellen musste man auch noch eine Stufe gehen.

00:23:33: die Toiletten waren irgendwie eine Etage weiter unten, da musste man noch mal treppen nach unten.

00:23:37: Aber Volodia hatte dieses Café vorgeschlagen und hat dann auch diese Stufen auf seinen Krücken fast so mit demonstrativer Gelassenheit genommen.

00:23:49: Das war mein overall Eindruck von ihm, aber jetzt seht ihr ihn!

00:23:54: Hallo zusammen ich heiße Volodia und bin ein Dreißig Jahre alt.

00:23:59: Ich bin ein Veteran des russisch-ukrainischen Krieges.

00:24:02: Im zivilen Leben bin ich Ingenieur und Designer.

00:24:05: Ich bin im Jahr zwanzig, dreihundzwanzig zu Ermegen gekommen.

00:24:08: Ich habe einen Vertrag unterschrieben und wurde Mediziner an der Front.

00:24:12: Ich war nach Kommandeur für Leute, mit denen ich als gewöhnlicher Soldat gedient habe.

00:24:18: So kam es, dass ich zwanzich, vierundzwalsig schwer verletzt wurde.

00:24:24: Auf eine Mine getreten.

00:24:26: Und ein russisch Drohne wollte mich töten hat Granaten abgeworfen aber wie ihr seht ist dir das nicht gelungen.

00:24:34: Danach ging es los mit den Amputationen der Rehabilitierung.

00:24:38: Ich habe Prothesen bekommen und von neuen Laufen gelernt, von neuem Gelernt zu leben in diesem Zustand – mit meiner neuen Realität als Veteran- und Zivilist.

00:24:51: Und das alles wurde möglich dank der Menschen die um mich herum weiter funktionierten, die mir helfen….

00:24:57: …und vor allem Dank der Soldaten, die weiter unser Land verteidigen... ...die an der Front sind!

00:25:04: Ihnen ist es zu verdanken dass ich hier sitze und euch meine Geschichte erzählen kann.

00:25:11: In unserem Gespräch in Lviv hat mir Volodia gesagt, dass er eigentlich gerne wieder an die Front wollen würde.

00:25:19: Wieder der Armee beitreten würde.

00:25:21: Das ist was ich von einigen Veteranen dort gehört habe und auch von Mitarbeiterinnen von Reha-Kliniken.

00:25:27: Die Soldaten betreuen verletzte Soldaten und Veteranin.

00:25:30: Es geht natürlich nicht allen Veteran so.

00:25:32: also da sollte man jetzt nicht pauschalisieren aber es gibt doch eine signifikante Gruppe das ebenso geht.

00:25:38: Sie finden das auch schade, dass sie nicht wieder zurück in die Armee können.

00:25:41: Ich persönlich finde es

00:25:42: schwer vorstellbar,

00:25:43: als jemand die noch in diesen Erfahrungen gemacht hat.

00:25:45: Dass man wieder

00:25:46: so

00:25:46: in diese Situation zurück will wo man so schwer verletzt wurde.

00:25:49: aber ja da merkt man wie wichtig den Leuten auch der Kampf um die Unabhängigkeit ist

00:25:54: und auch die Unterstützung.

00:25:55: also wo Leute.

00:25:56: gerade weil

00:25:56: er

00:25:58: offensichtlich nicht zurück an die Front kann hat sich andere Wege gesucht.

00:26:01: also er gestahlte zum Beispiel Spendenkampagnen mit für die ukrainische Armee wo dann mit den Geldern Ausrüstung Drohnen aber auch Medizin für verwundete Soldaten geholt wird

00:26:11: Weil das wirklich total wichtig ist, dieses Umfeld auch in dem man sich befindet.

00:26:16: Deswegen verbringt er auch Zeit mit anderen Veteranen die erst kürzlich verletzt wurden weil er sagt ihm hat es eben damals so geholfen ein positives Umfeld um sich herum zu haben und will dass irgendwie anderen Leuten auch zurückgeben weil das so sagt eher ist das entscheidende wenn man quasi zurück auf die Beine kommen will.

00:26:38: Wir haben eine kleine Reise hingelegt von Berlin, wo Volada und Misha leben nach Liviv, wo Lodja ist.

00:26:46: In den Nähe von Kürf, wo Nastya auf die Rückkehr ihres Mannes wartet bis hin zu Kaffer, die an der Front als Drohnpiloten täglich ist.

00:26:54: Der Alltag von diesen Menschen unterscheidet sich ziemlich doll, wie ihr auch gesehen habt.

00:26:58: Aber ich glaube man kann schon zusammenfassen es gibt eine ganz große Gemeinsamkeit und zwar wenn's den russischen Angriffskrieg nicht geben würde dann würde der Alltag dieser Menschen auch nochmal komplett anders aussehen.

00:27:10: also sowohl Misha würde jetzt was anderes machen der wäre jetzt in der Ukraine

00:27:15: Kafa

00:27:16: müsste nicht an der Front sein wo laudia hätte vielleicht seine Beine noch oder ziemlich sicher seine Beinen noch Genau, und das haben wir jetzt glaube ich in großer Ausführlichkeit gehört.

00:27:25: Welche Probleme irgendwie für die Leute entstanden sind aber warum sie auch gewisse Dinge tun, die sie tun was ihre Motivation dahinter ist?

00:27:32: Wir haben es ja aber auch gefragt was Ihre Hoffnung für die Zukunft ist eine Frage die einerseits irgendwo banal ist weil klar alle hoffen darauf dass dieser schreckliche Krieg

00:27:40: endet.

00:27:41: gleichzeitig sind die Antworten auf diese Frage ganz spannend weil Sie auch zeigen was die Menschen Ja, nach dem Krieg anstreben oder was wir eigentlich vielleicht jetzt gerade so als Fokus hätten wenn der Krieg nicht wäre.

00:27:53: Worauf Sie hoffen und wovon sie träumen das haben wir einmal hier noch mal für euch mitgebracht.

00:27:58: Ich hoffe dass wenn Krieg endlich vorbei ist und besonders wenn es in Dogrene einen gerechten und sicheren Frieden gibt dann

00:28:07: wären wir

00:28:08: viel freier in unserem Auswahl.

00:28:10: In unserem Wahl ob wir hier bleiben wollen.

00:28:15: für die Zukunft planen wir mit meinem Mann einen Podcast über Essen zu machen.

00:28:21: Wir lieben es, über Essen sprechen, erliebt es zu kochen genauso wie

00:28:25: ich

00:28:27: und deshalb hätten wir gerne neben dem Podcast

00:28:44: irgendwann ein eigenes Restaurant.

00:28:54: Ich hoffe sehr dass es klappt!

00:29:01: für die Zukunft hoffe ich, dass wir siegen und dann wenn unsere Frauen und Männer von der Front zurückgekehrt sind.

00:29:10: Wir weiter daran arbeiten ein freies Land aufzubauen Weil wir für unsere Freiheit kämpfen und es wichtig ist, dass diese Freiheit erhalten bleibt jetzt sowie nach unserem Sieg.

00:29:23: Mein Wunsch

00:29:25: ist das Wir stark zusammenstehen!

00:29:28: Dass wir verstehen, dass es ein Privileg ist leider im Frieden zu leben.

00:29:34: Es ist

00:29:35: ein Priviläge und für diesen Privilegg müssen wir kämpfen Zusammenautenstraßen kommen und sagen, dass wir

00:29:44: als

00:29:45: Neugeneration, als europäische Gesellschaft, als demokratische Gesellschaft wollen in einem demokratischen

00:29:52: Weltleben.

00:29:53: Wo Menschen einen Recht haben, deren Sprache zu sprechen,

00:29:58: deren

00:29:59: Kultur zu spüren, deren Identität zu haben.

00:30:02: Und deswegen, ich glaube was für mich am wichtigsten wäre

00:30:07: ist

00:30:07: dass wir

00:30:08: uns nicht

00:30:09: mehr polarisieren sondern das wir zusammenhalten und Solidarität zeigen.

00:30:15: Für Demokratie stehen und für Frieden

00:30:18: kämpfen.

00:30:21: Genau!

00:30:21: Das wären einmal die wünscheren Hoffnungen von unseren Gesprächspartnerinnen, die dankenswerterweise diese Videobotschaften zugesandt haben.

00:30:29: Mit Blick auf die Uhr wären jetzt noch ein paar Minuten, die wir Zeit hätten.

00:30:33: Die würden wir gern

00:30:34: für Fragen

00:30:35: nutzen.

00:30:35: Also falls ihr was habt, wo er sagt einmal vor allem natürlich zu unseren Gesprächspartnerinnen das würde euch interessieren.

00:30:41: dann gerne jetzt genauso zur unserer Arbeit als Journalistin zu dem wir bevorgehen als Podcasterin.

00:30:47: ansonsten hätten wir auch Fragen für euch.

00:30:50: also je nachdem

00:30:52: gibt es irgendwas.

00:30:54: Was war eure

00:30:54: genaue Motivation euch mit diesem Thema

00:30:56: zum beschäftigen?

00:30:58: Mich hat der Russische Angriffskrieg, ich habe da einen Newsroom vom Tagesspiegel gearbeitet und habe sozusagen das so am Newsticker Live mitverfolgt.

00:31:08: Und dann geht es einem sehr nahe.

00:31:12: Ja, irgendwie hat

00:31:13: es bei mir glaube ich auch so ein bisschen mit Familiengeschichte zu tun.

00:31:15: Also meine Familie kommt aus Bulgarien und weiß also auch was irgendwie Fremdherrschaft bedeutet, kommunistisches Regime das man sich so nicht ausgesucht hat.

00:31:23: Und irgendwie hatte ich so... Auch wenn das eine mit dem anderen vielleicht so unmittelbar nichts zu tun hat aber schon das Gefühl von einer ganz starken Solidarität.

00:31:33: Dann bin ich eben im Jahr zwanzigundzwanzig das erste Mal in die Ukraine gefahren und habe mir das vor Ort angeguckt, mit Menschen gesprochen hab angefangen die Sprachen zu lernen um mich auch auf ukrainisch mit den Leuten unterhalten zu können.

00:31:46: Ich glaube, je mehr persönliche Connections es gibt, desto berührenderer ist das auch.

00:31:50: Voll!

00:31:50: Also ich habe auch schon eine Journalistin gearbeitet und hab da gerade angefangen mit meiner journalistischen Ausbildung.

00:31:56: dann und eine Woche nachdem's los ging gegen der russische Angrafloß.

00:32:00: Und ich wollte mich eigentlich mit ganz was anderem beschäftigen zwar mit Rechtsextremismus in Deutschland Da war aber ziemlich klar, ich habe auch osteuropäischen Migrationshintergrund bzw.

00:32:10: russischen was nochmal besonders ist.

00:32:12: also ich kann die Sprache und hatte ne Du hast grad gesagt Betroffenheitsgefühl von der anderen Seite.

00:32:17: Also mir war klar Ich will Geschichten aus der Ukraine erzählen

00:32:20: Ich will zeigen

00:32:21: Was dieser Angriff von diesem Land Wo ich Verwandtschaft wiederum habe Für die Menschen dort bedeutet.

00:32:25: Und dann war eigentlich mein ganzer journalistischer meine Arbeit Die ich jetzt in den vergangenen Jahren gemacht hab Total fokussiert auf Osteuropa, insbesondere Russland und Ukraine.

00:32:34: Aber auch Südkaukasus, wo ich relativ häufig

00:32:37: bin.

00:32:38: Danke!

00:32:39: Sehr gerne.

00:32:40: Gibt es noch andere Fragen?

00:32:42: Das hätten wir vielleicht einer für euch, falls ihr Bock habt.

00:32:45: Uns wird's als Journalistin voll interessieren wie ihr über den Krieg mitbekommt.

00:32:50: Ja!

00:32:51: Moment.

00:32:53: Ja.

00:32:55: Kannst du

00:32:55: dieses Format Art of Tracks East?

00:32:59: Ganz große Empfehlung an alle.

00:33:02: Genau, also

00:33:03: das schaue ich total gerne und da kommen viele Perspektiven und junge Menschen die irgendwie an verschiedenen Orten in der Ukraine leben so zu Sprache und erzählen von ihrem Alltag.

00:33:16: Das finde ich echt... Es ist eine super Empfehung und sonst lese ich Nachrichten und versuche mich nicht zu sehr anderen Sachen ablenken zu lassen

00:33:31: und immer wieder es mir vor Augen zu halten.

00:33:36: Genau, weil ich merke auch dass manchmal so eine

00:33:39: Müdigkeit eintritt.

00:33:40: also...

00:33:44: Es gibt wieder neue Angriffe auf Haar-Kief oder Kierf oder so und man liest das dann so und macht dann weiter mit seinem

00:33:53: Leben

00:33:54: und genau, also

00:33:57: mir demso bewusst zu werden Ja, voll spannend.

00:34:01: Ich glaube das Coole an Arte Tracks ist es ja auch so ganz persönliche Geschichten vorkommen, ein bisschen wie wir das auch immer versuchen und man die Connection spürt zu den Leuten.

00:34:16: Gibt's noch jemand der erzählen will?

00:34:18: Eva!

00:34:21: Ja ich glaub' ich bin gar nicht

00:34:22: so.

00:34:22: das beste Beispiel.

00:34:23: aber ich

00:34:24: bin auch Journalistin.

00:34:26: Ich habe den Tagesschau-Ticker,

00:34:27: ich habe auch den Tagespiegelticker

00:34:29: damals noch mitverfolgt dazu.

00:34:31: Aber ich glaube wo ich so eine persönliche Betroffenheit mehr gespürt hab ist, ich hab damals wahnsinnig viele

00:34:39: Machiavelli angehört

00:34:41: und Vasili Golot, der ja mittlerweile Ukraine-Korrespondent ist

00:34:44: hat da dann ein

00:34:45: bisschen seine Karriere gestartet als Ukraine-Correspondent und es hat einfach auf eigene

00:34:50: Faust in die Ukraine gefahren

00:34:52: kurz nach Ful Invasion und ich glaube gerade darüber, auch jetzt heute noch über sein Account

00:35:00: nehme ich

00:35:00: mit so am meisten

00:35:02: mit

00:35:02: weil es halt wirklich dann immer auch im Feed mit drin ist.

00:35:06: Und diese Dauerhaftigkeit von

00:35:09: dem Krieg

00:35:09: und den Angriffen widerspiegelt und das ist fast neben Nachrichten wenn wieder große Angriffe kommen wie meine Hauptinformationsquelle

00:35:19: Auch da voll die Empfehlung, also Vasili's Instagram-Account der Studioleiter natürlich eine krasse Arbeit macht aber halt nebenher noch so diese ganzen Videos für Social Media und gerade für ne junge Zielgruppe auch macht.

00:35:29: Voll!

00:35:29: Und was irgendwie auch zeigt wie wichtig es ist dass auch grade große Medien jemanden vor Ort haben.

00:35:34: Komplett!

00:35:35: Wir hofften euch hats

00:35:36: gut gefallen.

00:35:38: wir freuen uns mega das ihr da wart.

00:35:39: Wir freuen uns megadass wir die Möglichkeit hatten heute auf der Tinkon über dieses Thema zu sprechen.

00:35:43: Einmal auch Applaus für euch alle die da waren,

00:35:45: für

00:35:46: uns und für das Tinko Team.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.